Ein großes, helles Atelier mit indirektem Licht, damit man beim Malen oder Bildhauen keine Schlagschatten hat auf dem künstlerischen Objekt. Gut wäre, wenn der Raum ein kleines Regal hätte, auf dem man sein Mobiltelefon ablegen kann und die Videokamera oder das Laptop, damit diese Dinge nicht immer zwischen Aschenbecher, leeren Pappkaffeebechern, aufgerissenem Kräuterquark und Gläsern mit Pinseln in Lösungsmittel auf dem kleinen, runden Tisch herumliegen. Eine kleine Klappe in der Fensterscheibe und eine Treppe in den Garten für die Katze, die mitkommt. Einen Ausstellungsraum, der im Fokus des öffentlichen Interesses steht, am liebsten unterirdisch, der eine gut funktionierende Pressearbeit hat, die Postkarten und Emails verschickt und einen bei der Herstellung des Ausstellungskatalogs profimäßig unterstützt. Eine alte Dame, die die Postkarten alle einzeln bestickt. Jeden Monat ein bisschen Geld auf dem Konto, genug, um sich das leisten zu können, was einem vor Ort nicht umsonst geboten wird: Lebensmittel, Arbeitsmaterialien, Nahverkehrstickets, Zigaretten, Segelyacht, Kleidung, Dienstleistungen, Stickgarn, Vergnügen. Jemand, der einen vom Bahnhof abholt und zeigt, wo was ist, einen Stadtplan überreicht und die ersten Fragen beantwortet, die man so hat, wenn man ankommt, an einem neuen Ort. Wie zum Beispiel, wo der nächste Schrottplatz ist, wo die Schwulenszene sich trifft, wo der schönste Ort unter einer Brücke ist und einen Termin mit Klaus Biesenbach macht. Eine schöne Wohnung, die nicht so Ikea-mäßig eingerichtet ist, in einer lebendigen Gegend, mit Ausblick und freundlichen Nachbarn, die einen in Ruhe lassen und einem Handarbeitsgeschäft an der Ecke. Eine Waschmaschine, eine gute Stereoanlage, ein Fahrrad, ein Mobiltelefon, einen Kühlschrank – toll wäre natürlich ständig gefüllt mit Bier, Butter, Tomaten, Käse. Genug zu essen in der Küche, so dass man immer etwas kochen kann. Oder eine warme Mahlzeit am Tag, gemeinsam mit anderen Stipendiaten und wechselden interessanten Gästen aus der Umgebung. Aber kein Fisch und kein Knoblauch. Gekocht von einem jungen ambitionierten Koch, bloß kein Kantinenessen. Besser ist selber kochen.
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